Bands & Artists 2017

ELEMENT OF CRIME

„Jubiläen feiern liegt uns nicht.” Fast klammheimlich ließen Element of Crime vor zwei Jahre ihr dreißigjähriges Jubiläum verstreichen. Die Band, die 1985 im Berliner New-Wave-Dunstkreis von Punks noch ausgebuht wurde, zählen spätestens seit ihrem Album „Weißes Papier“ nicht nur zu den Kritiker-Lieblingen. Es folgten Top-30-Chartsplatzierungen in Deutschland und der Schweiz und ausverkaufte Hallen. Wie wohl kaum eine andere deutsche Band, sind sie ihrem melancholisch verspieltem Sound mit Einflüssen aus Country, Chanson, Mariachi und sogar Shanty bis heute treu geblieben und sehen auch gar kein Veranlassung irgendwas daran zu ändern.
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VOODOO JÜRGENS

Glaubt man Voodoo Jürgens, hatte er keine schöne Kindheit „zwischen Zuckerbude und Kadaverfabrik“. Trotzdem ist ein Held, wenn auch ein Anti-Held. Der “Voodoo” singt Moritaten von Alkohol und Alimenten, Verlierer-Songs aus den Eckboazn und Glasscherbenvierteln der Wiener Vorstädte. Die Musik des Österreichers bewegt sich irgendwo nah am Rumpelblues der Tom-Waits-Schule, aufgelockert mit Akkordeon und rythmischen Ausflügen in den Balkan.
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KREIDLER

Ihre Düsseldorfer Heimat hört man dem Quartett an. Die Stadt am Rhein gilt als einer der mythischen Entstehungsorte eines Sounds, der seit den frühen Siebziger Jahren unter dem wenig schmeichelhaften Stempel “Krautrock” durch die Welt geistert. Bereits 1994 gegründet versteckten Kreidler nie ihre Vorliebe für alte Helden wie Kraftwerk, Neu! Oder La Düsseldorf, ein anderer Teil der DNA von Kreidler ist der instrumentale Postrock, der Mitte der Neunziger Jahre aus Chicago zu uns schwappte.
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LEROY & BAND

Kraut und Karibik, Hawaii und Twang-Gitarren, vor sich hinblubbernde Elektronik. Aus dem Hintergrund schälen sich Stimmen, Geräusche, Flöten und verhallen wieder im Dubnebel. Mit seinem zweiten Soloalbum “Bambadea” ist Leo Hopfinger im vergangenen Jahr ein wunderbar verspulter Soundtrip gelungen. Oft wird er als “Elektroslacker” oder “Klangsurfer” bezeichnet, doch was so leicht und zufällig entstanden klingt, ist beim zweiten Hinhören, doch wohl eher fein zusammengesetztes Mosaik aus Referenzen, Soundzitaten und Stimmungen.
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FRIENDS OF GAS

“Es ist eine zwingende Kraft in der Musik von Friends of Gas”, jubelt Bernd Begemann über die Fünf aus München. Schuld daran ist vor allem Sängerin Nina Walsers Stimme, die sich innerhalb eines Songs vom leisen Flüstern bis zur Ekstase steigert, bei der man sich nur wundern kann , woher sie diese ungeheure Kraft zieht. Die Songs der Friends of Gas entwickeln vor allem live einen Sog, der den Zuhörer mitreißt und herausfordert. Chokebore oder Fugazi kommen einem in den Sinn, genauso wie Krautrock-Helden wie Can oder Neu!.
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GEBRÜDER TEICHMANN

Die Gebrüder Andi und Hannes Teichmann sind, als Musiker, DJs, Labelmacher und Kulturaktivisten, ein fester Teil des Berliner Techno Undergrounds seit den späten 90er Jahren. In dieser Zeitspanne haben sie auch den Umbruch Berlins von einer subkulturellen Oase, zu einer globalen Marke erlebt. Doch hat sie der kommerzielle Aspekt der Clubkultur nie interessiert: Geprägt hat die Söhne eines Multiinstrumentalisten die DIY Kultur der frühen Szene mit ihrer steten Suche nach Diversität und der spielerische Lust an Improvisation und Transformation und dabei nicht zuletzt der Gestaltung von sozialen Räumen an denen unterschiedlichste Menschen zusammenkommen. Statt es sich im Hype um Berlin und Techno gemütlich zu machen haben sich die beiden DJs und Live Elektronik Musiker immer die Schnittstellen zu anderen Kulturen und Musiken gesucht.
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